Januar

Obstbaumpflege im Winter

Die Arbeit für den Hobbygärtner beziehungsweise Obstgärtner hört das ganze Jahr nicht auf. Um im Sommer und Herbst eine gute Ernte einfahren zu können, kommt es auf die richtige Obstbaumflege an. Hierbei gibt es natürlich einiges zu beachten. Zum Beispiel den Zeitpunkt des Schneidens.

In den früheren Jahren hat man die Obstbäume meist im Winter geschnitten. Hiervon ist man aber abgekommen, so das diese Arbeit im späten Herbst oder vor Frühlingsbeginn in Angriff genommen wird. Die Temperaturen sollten hierbei nicht mehr unter minus fünf Grad gehen. So kann der Baum die Schnittwunde rasch schliessen und die Gefahr einer Infektion oder Pilzerkrankung ist sehr gering. Durch einen regelmässigen Schnitt wir sie der Obstbaum mit reichlich und schönen Früchten belohnen.

Damit man viele Jahre Freude an einem Obstbaum hat, sollte man den Baum schon beim Einpflanzen schneiden. Wurzelnackte Ware wird vorwiegend im Herbst gepflanzt, Containerware kann man aber über das Ganze Jahr hinweg pflanzen. Dieses setzt sich in dem sogenannten Erziehungsschnitt fort. Hierdurch wird eine kräftige Krone aufgebaut, die aus vier bis fünf Leitästen besteht. Um ältere Bäume noch einmal zum Trieb anzuregen, bedarf es einen masiven Rückschnitt.

Februar

Beerenobst für Hausgärten

 

In vielen Hausgärten sind Beerensträucher gepflanzt, z. B. weiße, rote und schwarze Johannisbeeren und grüne, gelbe und rote Stachelbeeren. Sie zählen neben anderen Strauchobstarten zu den sog. Naschfrüchten, d. h. sie können direkt vom Strauch weg gegessen werden.  Jetzt ist noch Zeit, da wo sie fehlen, Beerensträucher oder neue Beerenobstsorten zu pflanzen.

Bei der Wahl der Johannisbeersorten sollte man sich an der Reifezeit der Sorten orientieren. Frühe Johannisbeersorten leiden oft unter der Einwirkung von Spätfrösten. Dadurch kann die Ernte ganz oder teilweise ausfallen. Bei den Johannisbeeren spricht man dann vom Verrieseln. Dabei fallen unbefruchtete oder mangelhaft befruchtete Beeren von den Fruchtständen ab. Diese werden dadurch mehr oder weniger lückig. Später reifende Sorten haben damit weniger Problem, auch wenn kühles und/oder regnerisches Wetter während der Blüte ebenfalls zum Verrieseln der Johannisbeeren führen kann. Eine gestaffelte Reifezeit ermöglicht auch eine längere Erntezeit.

Später blühende rote Johannisbeersorten sind: 'Telake', 'Detvan', 'Red Lake', 'Rodneus', 'Tatran', 'Rovada', 'Red Poll'.

Später blühende schwarze  Johannisbeersorten sind: 'Ometa', 'Tenah', 'Titania'.

Später blühende weiße  Johannisbeersorten sind: 'Blanka'

Bei der Wahl der Stachelbeersorten sollte man auf sog. „resistente“ Sorten zurückgreifen. Die alten Stachelbeersorten haben mit dem amerikanischen Stachelbeermehltau ein massives Problem. Dieser Pilz überzieht die Triebspitzen und später auch die jungen Früchte mit einem anfangs weißlichen, später braunem „Pelz“.  Die Pflanzen werden dadurch geschwächt, die Früchte bleiben unterentwickelt und sind quasi ungenießbar. Resistent im Sinne von vollkommen widerstandsfähig sind auch die modernen Sorten nicht, der Befall mit dem amerikanischer Stachelbeermehltau beschränkt sich aber meist auf die Triebspitzen der Sträucher, die Früchte bleiben sauber. Die befallenen Triebspitzen werden bereits im Sommer, spätestens aber beim Winterschnitt entfernt.  Die abgeschnittenen Triebspitzen sollte man aus dem Garten entfernen.

Stachelbeersorten die gegen den amerikanischer Stachelbeermehltau widerstandsfähig sind: 'Captivator' rot, 'Redeva' rot, 'Remarka' rot, 'Rokula' rot,  'Invicta' grün,

Der amerikanische Stachelbeermehltau befällt auch Johannisbeeren, besonders schwarze. Als unempfindlich gegen den amerikanischer Stachelbeermehltau gelten die beiden schwarzen Sorten 'Titania' und  'Ometa'.

März

Vorbereitungen für das Gemüsejahr 2015

 

Im März beginnt der Frühling, zumindest kalendarisch. Für die Gemüsegärtner wird es Zeit, sich Gedanken um den Anbauplan für den Gemüsegarten zu machen.Ein Anbauplan ist vorteilhaft, um Fehler zu vermeiden. Die Gemüsearten im Hausgarten gehören oft unterschiedlichen Pflanzenfamilien an.  Einige dieser Pflanzenfamilien sind im Nachbau mit sich selbst unverträglich. Das bedeutet, dass Gemüsearten aus der gleichen Familie nicht jedes Jahr auf dem gleichen Beet angebaut werden sollen. Folgen solche Gemüse zu oft auf dem gleichen Beet, führt das zu Mangelernährung und zur Anreicherung spezieller Krankheiten in der Erde führen.  Deshalb müssen mehr oder minder lange Anbaupausen eingehalten werden in denen Gemüsearten aus anderen Pflanzenfamilien auf diese Beete Kommen.

Innerhalb der Gemüsearten unterscheidet man außerdem Schwach-, Mittel- und Starkzehrer. Diese Einteilung bezieht sich auf den Nährstoff-, speziell den Stickstoffbedarf der Gemüsearten. Bei der Anbauplanung sollten sich Gemüsearten der  verschiedenen Anspruchsklassen abwechseln, nicht nacheinander auf dem gleichen Beet angebaut werden. Eine Übersicht der am meisten verbreiteten Gemüsearten und deren Zugehörigkeit  zu den Pflanzenfamilien und ihre Nährstoffansprüche finden sie nachstehend.

 

Familie

Schwachzehrer

Mittelzehrer

Starkzehrer

 

Kreuzblütler

 

Radieschen

Kresse

 

Rettich

Kohlrabi

 

alle anderen

Kohlarten

 

 

Doldenblütler

 

Dill

Kerbel

Kümmel

Liebstöckel

 

 

Petersilie

Pastinake

Möhre

Knollenfenchel

 

Knollensellerie

 

Gänsefußgewächse

 

Spinat

Mangold

Rote Beete

 

 

 

 

Korbblütler

 

Schwarzwurzel

Sommersalate

 

 

Zuckerhut

Radicchio

 

 

Schmetterlingsblüt-ler

 

Erbsen

Buschbohne

 

 

Stangenbohne

 

 

 

Liliengewächse

 

 

Zwiebel

 

 

Schnittlauch

Knoblauch

 

 

 

Gemüsezwiebel

Lauch

 

Baldriangewächse

 

Feldsalat

 

 

 

 

Kürbisgewächse

 

 

 

Einlegegurke

Freilandsalatgurke

Melonen

 

 

Gewächshausgurke

Kürbis

Zucchini

 

 

Eiskrautgewächse

 

 

 

Neuseeländer Spinat

 

 

Nachtschatten-gewächse

 

 

 

Kartoffel

 

Paprika

Aubergine

Tomate

 

 

Süßgräser

 

 

Zuckermais

 

 

 

April

Die Blüte der Obstgehölze

 

Jetzt beginnt die Zeit der Obstbaumblüte. In Norddeutschland, im Alten Land ist die Obstbaumblüte ein Höhepunkt im touristischen Jahr. In Japan pilgern Tausende zur Blüte der Zierkirschen in die Parks. So weit müssen wir nicht reisen. Rund um uns herum beginnen jetzt unsere heimischen Obstbäume zu blühen.

Die Blüte ist ein Spross mit begrenztem Wachstum. Die Blätter dieses Sprosses sind zu den Blütenorganen umgebildet. Die Blüte dient der geschlechtlichen Vermehrung der Pflanze. In ihrer vielfältigen Form- und Farbgebung dienen sie als Schauapparat, der die zur Bestäubung wichtigen Insekten anlocken soll.

Diese etwas sperrig anmutende Beschreibung zeigt aber sehr deutlich die Funktion der Blüte auf, nämlich die Bildung von Samen zur Vermehrung der Pflanze. Die positive Wirkung auf uns Menschen, die Freude über die Schönheit und den Duft der Blüte,  ist eigentlich nur ein Abfallprodukt dieses natürlichen Vorgangs.

Damit aus den Blüten auch Früchte entstehen, müssen diese meist bestäubt werden. Nur wenige Pflanzen sind in der Lage ohne Bestäubung Früchte auszubilden. Bei unseren Obstbäumen gibt es dieses Phänomen bei einzelnen Birnen- und Walnuss-sorten. Die Natur hat bei vielen Obstarten natürliche Barrieren eingebaut, um eine Selbstbestäubung und damit quasi Inzucht zu verhindern. Diese Obstarten müssen von anderen Sorten der gleichen Art bestäubt werden. Dazu zählen alle Apfel- und Birnensorten und die Mehrzahl der Süßkirschensorten. In Frage kommende Bäume müssen in einem Umkreis von etwa 500 m stehen, soweit die Bienen eben fliegen. Denn mit Ausnahme der Nussarten Wal- und Haselnuss sind die Obstgehölze auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Setzen blühende Bäume nach der Blüte kein Obst an, liegt in der fehlenden Befruchtersorte meist die Antwort auf die Frage, woran das liegt. Insekten zur Befruchtung sind meist vorhanden, auch wenn keine Honigbienen in der Nähe sind. Hummeln und andere Wildbienen bestäuben ebenfalls Obstblüten. Zwar nicht in dem Maß wie individuenstarke Honigbienenvölker, aber einige Früchte entstehen doch. Natürlich kann auch Spätfrost die Blüte so sehr schädigen, dass kein Obst gebildet werden kann.

Einfacher ist es bei vielen Zwetschensorten, bei fast allen Quittensorten, bei den Mirabellen, den Sauerkirschen  und beim Beerenobst. Diese sind zwar auch auf Insekten zur Bestäubung angewiesen, es reicht aber eine einzige Pflanze aus, um Früchte ernten zu können. Solche selbstfruchtbaren Arten und Sorten sind die Wahl für kleine Hausgärten, in denen aufgrund des Zuschnitts kein Platz für mehrere Sorten der gleichen Art ist. Eine Alternative für solche Situationen ist das Einsetzen einer zweiten Sorte als Befruchtersorte in die Apfel- oder Birnenkrone. Die Veredelung ist relativ leicht auszuführen, wenn man weiß, wann und wie sie durchgeführt wird. Der Verband der Gartenbauvereine im Saarpfalz-Kreis wird dies bei einem Veredlungslehrgang am 25. April auf der Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins Bierbach demonstrieren. Dazu sind alle Interessierten recht herzlich eingeladen.

Mai

Rasenpflege - aber richtig.

 

Der Hobbygärtner hat ein sehr ambivalentes Verhältnis zu seinem Rasen. Er soll einerseits dunkelgrün sein, makellos und frei von anderen Kräutern, andererseits wird das Mähen oft als lästige Pflicht empfunden und gar Wasser- und Düngergaben als wachstumsverstärkende Maßnahmen vollkommen abgelehnt. Um es vorweg zu sagen: Ein makelloser Rasen nach „englischem“ Vorbild ist die intensivste Kultur im Ziergarten.

Dies beginnt beim Boden. Er ist die Grundlage im doppelten Sinne des Wortes. Er trägt die Vegetationszone und er liefert Nährstoffe und Wasser. Sandiger Lehm, humos, wasserspeichernd aber auch wasserdurchlässig ist der ideale Boden für den Superrasen. Dies muss vor allen Dingen bei der Neuanlage eines Rasens berücksichtigt werden. Viele Fehlstellen im Rasen sind auf Bodenverdichtungen und damit auf stauende Nässe zurück zu führen.

Damit Rasen immer saftig grün wirkt, benötigt er regelmäßige Nährstoff- und Wassergaben. Nur so kommt man dem Vorbild des englischen Rasens näher. Das immer wieder vorgebrachte Argument, dass der Rasen durch Dünger und Wassergaben ja nur noch stärker wächst, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber nur der Rasen, welcher kräftig wächst, ist auch sattgrün.

Zum Düngen des Rasens gibt es mittlerweile viele spezielle Rasendünger im Handel. Langzeitdünger mit kurz-, mittel- und langzeitfraktioniertem Stickstoffanteil erleichtern die Arbeit. Neben dem richtigen Dünger zur richtigen Zeit ist auch die Ausbringtechnik entscheidend. Im Handel gibt es Dünger-streuer als Handgeräte und als Düngewagen. Diese Gerät erleichtern bei richtigem Einsatz ein regelmäßiges Ausbringen des Düngers und verhindern, dass Teile des Rasens dunkelgrün und andere Teile hellgrün sind, eine Folge ungleichmäßigen Ausbringens beim Streuen von Hand.

Gras besteht zu mehr als 80 % aus Wasser. Um gleichmäßig und ausreichend wachsen zu können, muss also ausreichend Wasser vorhanden sein. Wenn Rasen gegossen oder beregnet wird geschieht das oft erst dann, wenn er bereits erste Trockenschäden zeigt. Der richtige Zeitpunkt liegt wesentlich früher. Eine allgemeingültige Aussage gibt es zu diesem Thema nicht. Zu unterschiedlich sind die Standortbedingungen in den einzelnen Gärten. Zur Wassermenge lässt sich dagegen eine Aussage machen. Zwischen 10 – 15 Liter pro m2 bei  leichten und 15 – 20 Liter bei schwereren Böden sollte die Wassermenge betragen, die auf einmal ausgebracht wird. Diese Wassermenge kann man von Hand nur mühsam ausbringen, besser und gleichmäßiger kann das ein Regner. Der Handel bietet viele unterschiedliche Modelle an. Um die Menge des ausgebrachten Wassers kontrollieren zu können, kann man einen Regenmesser verwenden. Eine vereinfachte Form des Regenmessers ist leicht selbst hergestellt. Stellen Sie während des Beregnens ein Glas, das kann ein einfaches Trinkglas sein, auf ihren Rasen und messen Sie die Wassermenge von Zeit zu Zeit. Ein Millimeter Wasserhöhe bedeutet ein Liter pro Quadratmeter. Wollen Sie 15 Liter pro m2 ausbringen, darf der Regner erst abgestellt werden, wenn das Wasser im Kontrollglas 15 mm hoch steht.

Rasen muss gemäht werden. Aber er sollte nicht bekämpft werden. Diesem Eindruck kann man sich nicht entziehen wenn man sieht, wie manche Rasenflächen geschunden werden. Der Rasenmäher wird auf die tiefst mögliche Stellung gebracht und das Gras bis kurz über der Wurzel abgemäht. Dies verringert zum einen die für das Wachstum wichtige Assimilationsfläche und zum anderen wird der Wurzelbereich durch zu starke Besonnung und Austrocknen geschädigt. Außerdem begünstigt diese Art zu Mähen viele unerwünschte Kräuter im Rasen. Eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 4,5 Zentimeter ist ideal. Als Faustzahl gilt hier, pro Mähgang nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge abzuschneiden. Allein die Berücksichtigung der Höhe der Mähereinstellung, besonders im Sommer bei starker Hitze und Sonneneinstrahlung, wird dem Rasen sehr wohltun und für eine grünere Rasenfläche sorgen.

Wem diese Rasenpflege zu aufwändig ist, muss sich mit einem grünen Gebrauchsrasen, in dem auch das eine oder andere Kraut zu finden ist, abfinden. Man kann sich aber auch daran erfreuen, wenn im Rasen das eine oder andere Kraut blüht und die ansonsten steril wirkende Fläche auflockert.